Schneidkanten definiert Verrunden mit der Gerber Bürst-Poliertechnologie

Bürst-Poliermaschine BP-Smart mit Bohrer Werkstückaufnahme

Bürst-Poliermaschine BP-Smart mit Bohrer Werkstückaufnahme

Das Schneiden durch eine entsprechende Präparation (Nachbearbeitung, Schneidkantenpräparation) eine höhere Standzeit haben, und sich die Leistung der Werkzeuge dadurch teilweise deutlich erhöht ist heute kein Geheimnis mehr. Wie dies wirtschaftlich und mit hoher, gleichmäßiger Präzision gewährleistet werden kann ist jedoch nicht so bekannt, denn die Technologie wird von den Werkzeugherstellern bestens gehütet. Die Firma Gerber Maschinenbau mit Sitz im Schweizer Städtchen Lyss, hat sich diesem Thema seit vielen Jahren verschrieben und sowohl Lösungen zur Schneidkantenpräparation für Werkzeughersteller als auch für Nachschärfbetriebe parat.

Eigentlich müsste man meinen, eine scharfe Schneide sei das non plus Ultra. Doch dies gilt heute nur noch für die Zerspanung von Holz oder Kunststoff. Eine scharf geschliffene Schneide neigt in der Zerspanung von Metall zu Ausbrüchen und nach relativ kurzer Einsatzdauer zur Entwicklung einer Aufbauschneide. Deshalb werden heute die meisten Werkzeuge aus HM und teilweise auch HSS mit Mikroverrundungen an der Schneide versehen. Die gewünschte Verrundungsgröße reicht von ca. 10µ bis zu 100µ je nach Einsatzgebiet der behandelten Werkzeuge. Eine universelle Lösung um dieser Forderung gerecht zu werden ist die von der Fa. Gerber entwickelte Bürst-Poliertechnologie. Mit dieser lassen sich nicht nur die Schneidkanten präzise verrunden sondern es wird auch die Schartigkeit der Schneide deutlich reduziert. Gleichzeitig erfahren alle von der Bürste bestrichenen Flächen eine Oberflächenpolitur, bis hin zum Spiegelglanz. Besonders wirtschaftlich lässt sich das Verfahren von Gerber bei der Präparation von Wendeschneidplatten und Bohrern einsetzen.

Das folgende Beispiel aus der Praxis verdeutlicht dies:
Ein Nachschärfbetrieb liefert Bohrer aus HM und HSS nach ganz Deutschland. Pro Tag werden ca. 300 Bohrer auf den eigenen CNC Schärfmaschinen geschliffen. Der Werkzeughersteller hat auf den Originalwerkzeugen eine Schneidkantenverrundung mit einer Radiusgröße von 65µ angebracht. Diese muß nach dem Nachschärfen wieder hergestellt werden, damit das Werkzeug entsprechend leistungsfähig ist. Bisher wurde diese Arbeit manuell gemacht. Jeder Bohrer separat bearbeitet, händisch, Tag ein Tag aus. Nicht nur dass diese Arbeit sehr eintönig ist, so braucht es auch eine ruhige Hand und gewisse Qualifikation um überhaupt ein gutes Ergebnis zu erzielen. Da der Mitarbeiter der diese Tätigkeit verrichtet bald in Ruhestand geht, suchte man eine maschinelle Lösung für die Arbeit.

Im Internet ist der Kunde auf das Bürst-Polierverfahren von Fa. Gerber aufmerksam geworden, das ihm besonders wirtschaftlich erschien. Versuche mit nachgeschliffenen Bohrwerkzeugen im ø 15 mm und der Vergleich mit einem händisch präparierten Werkzeug brachten ein erstaunliches Ergebnis.

Messprotokoll Bohrer ø 15 mm

Messprotokoll Bohrer ø 15 mm

Auf der Gerber Bürst-Poliermaschine BP-Smart konnten mittels der Spanntrommel 10 Werkzeuge gleichzeitig bearbeitet werden. Die Bearbeitung erfolgte mit der neuen Diaflex Diamant-Polierbürste für welche kein Poliermittelzusatz notwendig ist. Diese Bürste ist besonders weich und von Ihrer Struktur her einer Naturhaarbürste sehr ähnlich. Bereits nach 6 Minuten war die gewünschte Verrundung von 65µ erreicht und 10 Werkzeuge fertig. Alle Werkzeuge hatten identische Radien und waren im Vergleich mit dem manuell präparierten Werkzeug deutlich gleichmäßiger verrundet. Zudem wurde die Schartigkeit nochmals deutlich reduziert. Der Leistungstest beim Endkunden brachte schließlich auch die Gewissheit, dass die Bohrer in der Praxis bestehen, sie glänzten durch hervorragende Leistungsdaten. Die Entscheidung fiel dann nicht mehr schwer: Zukünftig wird der Kunde seine Bohrer nur noch mit der Gerber Bürst-Poliertechnologie verrunden.